Jetzt, wo das Drama vorbei ist, können wir es ja endlich zugeben: Der Italiener als fußballspielender Solcher hat eine eigene Bestimmung, die ihm von Fußballgott mitgegeben wurde, von dem wir wiederum ja seit dem CL-Finale wissen, dass er inzwischen leider dahingeschieden ist. Als er noch am Leben war, der Fußballgott, hatte er irgendeine irre Eingebung. Eine, die ihm sagte, man müsste doch diesen an sich priveligierten und gesegneten Deutschen irgendwas mitgeben, was ihn immer wieder quält und piesackt. Kühe beispielsweise werden von Fliegen genervt, selbst der stolzeste Tiger oder Löwe kann von einer Mücke in den Wahnsinn getrieben werden. Also erfand der Fußballgott das Adäquat für den deutschen Kicker. Seitdem müssen sich die Tedesco von den Italienern quälen lassen, Jahr für Jahr neu, immer wieder aufs Neue, seit es Fußball gibt.Blöd jetzt, dass der Fußballgott beim „Finale dahoam“ dahingeschieden ist, Korrekturen dieser eher unglücklichen Idee sind leider nicht mehr möglich. Finden wir uns also erst mal damit ab, dass diese Begegnungen mit den Italienern weitergehen, weiter, immer weiter würde der Twitterkönig Olli Kahn jetzt twittern, bis das letzte Höllenfeuer erloschen ist, an dessen letztem Kessel feist grinsend und muskelzeigend ein Mann steht, der Mario Balotelli nicht unähnlich ist,
Aber wir sind, fußballgottseidank, nicht alleine mit dem Schicksal. Turniere sind ja letztendlich auch nur dazu gut, um solche Erkenntnisse immer wieder bestätigt zu bekommen. Wir beispielsweise sind die ewigen von Italien gedemütigten Zweit- und Drittplatzierten, bei den Engländern hat sich der gute Mann etwas viel perfideres einfallen lassen. Zum einen hat er die Insel in eine Goaliewüste verwandelt, in der einfach keine brauchbaren Torhüter wachsen können. Die, die dort wachsen, versieht der generell mit feinem Humor ausgestattete Brite dann gerne mal mit passenden Artnamen wie „Calamity James“. Und als wenn das noch nicht genug wäre, sind die Briten auch noch mit einer psychischen Blockade ausgestattet worden. Immer, wenn sie Elfmeterpunkte sehen…in Düsseldorf haben sie unlängst Gerüchten zufolge einen der ihren eingeschmuggelt, der damit beauftragt wurde, einfach den Elfmeterpunkt zu klauen und damit für die Abschaffung dieser unmenschlichen Regelung zu demonstrieren. Das hat nicht geklappt, wie man weiß. Und deswegen müssen jetzt auch die Engländer Elfmeter schießen bis zum jüngsten Tag, in dem Höllenfeuerkessel des Mario Balotelli sitzt Calamity James und wird geschmort, und irgendwie fragt man sich, ob es eine Gerechtigkeit gegeben hat, als der Fußballgott sein diabolisches Werk vollbracht hat. Fußballgotteswerk und Italiens Beitrag,wie gut, dass dieses Turnier jetzt vorbei ist und wir sowas wie eine Sommerpause haben.
Versöhnen wir uns deshalb mit diesem Turnier und dem grausamen Schicksal mit dem Fazit und der Schlagzeile dieser EURO schlechthin, die natürlich wieder nur aus dem Land des Calamity James kommen kann:
Anyone for tennis?

Ach, grausam würde ich das nicht nennen. Man hat die Mannschaft zu stark gehyped, zu viel Plastikfanmüll gekauft und die Augen vor der tatsächlichen Leistung verschlossen.
Die Engländer und ihre Elfmeter, die Deutschen und die Furcht vor Italien. Jeder hat sein Kreuz zu tragen: die Portugiesen zittern vor Turnieren, die Franzosen vor ihren eigenen Teammitgliedern und die Holländer wissen nicht welchen Mann auf welche Position vor lauter Auswahl.