Januar: Felix Magath lädt seinen runderneuerten Kader zum Trainingsauftakt. Die Einkaufstour war erfolgreich. Im ersten Testspiel gegen Castrop-Rauxel treffen die Neuzugänge Rudi Völler und Alan Shearer doppelt, Torwart Eike Immel hält seinen Kasten sauber. Magath kündigt deswegen an, seinen 52 Spieler umfassenden Kader nicht mehr erweitern zu wollen. Auch beim FC Bayern war man nochmal shoppen. Christian Nerlinger stellt einen 14jährigen Brasilianer vor, den man für gerade mal 22 Millionen Euro entdeckt hat. Er soll einer der besten Verteidiger der Welt werden, irgendwann in Zukunft. Uli Hoeneß wertet dies als Beweis für die vorausschauenden Planungen des Vereins. Zudem will sich Hoeneß auch zu einem geheimen Gespräch mit Marco Reus treffen. Reus sagt allerdings zehn Minuten vorher wegen eines komplizierten Heuschnupfens ab.
Februar: Hertha BSC trennt sich überraschend von Michael Skibbe. Manager Michael Preetz begründet dies damit, dass Skibbe ihm verheimlicht habe, früher Schnauzbartträger gewesen zu sein. Als Nachfolger versucht er, die junge Nachwuchshoffnung Markus Babbel zu gewinnen. Kurz vor der Unterschrift lässt Preetz den Deal allerdings platzen, weil Babbel ihm verschwiegen hat, schon einmal Hertha-Trainer gewesen zu sein. In einer großen Berliner Zeitung sagt Lothar Matthäus, schon immer ein großer Fan der Hertha gewesen zu sein und gerne helfen wolle, das große Potential des Vereins zu entwickeln. Der Verein verpflichtet daraufhin Rudi Gutendorf, dem die Mannschaft aus seinem letzten Engagement 1984 noch gut in Erinnerung sein dürfte, wie Preetz begründet.
März: Kuriose Wende in der 2.Liga: Nach einer unglaublichen Siegesserie ist der TSV Al-Whada München Tabellenführer und steht kurz vor dem Aufstieg in die Bundesliga. An einen Verein dieses Namens kann man sich zwar bei der DFL nicht erinnern, bisher unbekannte Papiere aber zeigen, dass der fusionierte Verein spielberechtigt ist. Ex-Präsident Dieter Schneider kann sich an nichts erinnern, bekommt aber angesichts dessen sofort ein Angebot als Präsident bei Hertha BSC. Die Al-Whada-Fans protestieren zwar, ihren alten Vereinsnamen zurück haben zu wollen, unterlassen ihren Protest aber, als Trainer Hasan Ismaik droht, bei Präsident Hasan Ismaik die Einstellung von Lothar Matthäus als neuen Coach zu veranlassen.
April: Trotz spektakulärer Verstärkungen rutscht der VfL Wolfsburg immer weiter in den Abstiegskampf und ist inzwischen Vorletzter. Als anfällig erweist sich ein ums andere Mal die Abwehr um Hans-Peter Briegel. Die Kritik, warum er beispielsweise Carsten Ramelow und Jens Nowotny nicht einsetze, kontert Magath damit, dass er nichts davon halte, junge Spieler einfach zu verheizen. Der reaktivierte Lothar Matthäus kommt dann doch nicht zum Einsatz, weil er sich kurzfristig entscheidet, Nationaltrainer Botswanas zu werden.
Mai: Die Bundesliga ist durch, der Kampf um die Vizemeisterschaft war dann doch noch spannender als erwartet. Meister und Pokalsieger Bayern stellt auch den Torschützenkönig, obwohl Mario Gomez die 40-Tore-Marke von Gerd Müller dann doch knapp verfehlt hat. Müller sagt, er traue Gomez die 40 Tore aber in jedem Fall zu. In einem furiosen Finale verpasst der VfL Wolfsburg den Klassenerhalt. Obwohl Magath am vorletzten Spieltag noch sieben neue Spieler, u.a. aus der zweiten ungarischen Liga, verpflichtet hat, verliert der 67 Spieler starke Kader die letzten vier Spiele und steigt ab. Magath beschimpft seine Mannschaft öffentlich und kündigt einen radikalen Neuaufbau mit jungen Spielern aus der Region an. Als erste Neuzugänge stehen David Odonkor, Oliver Neuville und Robert Huth fest. Meister wird der FC Bayern, bei dem Jupp Heynckes bei der Feier auf dem Rathausbalkon einen erstaunlich flapsigen Auftritt hinlegt. Gerade, als der Meistertrainer “Wir sind die Besten von ÜÜÜÜ….” ausruft, kann ihm Uli Hoeneß noch rechtzeitig den Mund zuhalten.
Juni: Bundestrainer Jogi Löw nominiert ausnahmsweise einen Spieler mehr als die an sich erlaubten 23 für die Europameisterschaft. Gegenüber der Uefa begründet Löw dies damit, dass Marco Reus trotz Nominierung so oder so nicht mitfahren wird. Kurz darf meldet sich Reus, dass sein komplizierter Heuschnupfen wieder aufgebrochen sei. Der freie Platz bleibt deshalb erwartungsgemäß unbesetzt, obwohl sich kurzfristig Lothar Matthäus anbietet.
Juli: Englands Nationaltrainer Capello beschwert sich, dass Deutschland nur wegen seiner aus anderen Ländern abgeworbenen Talente Europameister geworden sei, der 5:0-Finalsieg gegen Spanien und das 7:1 in der Vorrunde gegen die Niederlande wären andernfalls nicht möglich gewesen. Capello selbst wird in der britischen Presse der Einsatz des schon in Südafrika als “Greenkeeper” verspotteten Rob Green angelastet, auf der anderen Seite sieht man aber auch auf der Insel ein, dass Capello keine wirkliche Alternative hatte. Englische Torwart-Scouts werden nach dem britischen Ausscheiden in der Vorrunde auffällig oft in der deutschen Regionalliga gesichtet. Der DFB verlängert den Vertrag mit Jogi Löw auf Lebenszeit, Franz Beckenbauer schlägt vor, ihm zudem den Titel “Lichtgestalt h.c.” zu verleihen.
August: Sommerpause. In der Bundesliga sorgt lediglich eine Kettenmail an alle Vereine eines gewissen “einlotharmatthaeus@frankenweb.de” für Aufsehen, in dem er sich als neuer Trainer ins Spiel bringt. Die Adressaten sagen dankend ab, Matthäus unterschreibt einen Vertrag als Champions-League-Experte des peruanischen Fernsehens. Dort wird er allerdings schnell entlassen, nachdem eine versehentlich nicht ausgeschaltete Kamera überträgt, wie er dem peruanischen Moderator gegenüber von einem “fucking job” spricht. In der 2. Liga sorgt der VfL Wolfsburg mit der Verpflichtung von Ailton, den Felix Magath in einem australischen Dschungel entdeckt hat, für Furore.
September: Die Kommentatoren in den spanischen Zeitungen sind sich einig: Deutschland ist das neue Spanien. Dem FC Barcelona raten sie, in zehn Jahren so weit sein zu müssen wie der TSV Al-Whada München. Letzterer mischt gerade die Bundesliga auf, Präsidententrainermanager Ismaik trifft sich mit Uli Hoeneß, um eine mögliche Übernahme des Münchner Zweitvereins zu besprechen. Ismaik verlässt jedoch angesäuert das Treffen, nachdem der von Hoeneß versprochene Marco Reus wegen eines komplizierten Heuschnupfens zehn Minuten vorher absagen musste.
Oktober: Es ist wieder Literaturzeit in der Liga. Phillip Lahm bringt den zweiten Teil seiner Biographie (Untertitel: 2011-2012) heraus. Mario Gomez überrascht mit dem Titel “Meine schönsten Frisuren”, während Lukas Podolskis Biographie “Isch” in einer angenehmen Kürze von 27 Seiten daherkommt. Lothar Matthäus kündigt “Mein Tagebuch, Teil 2″ an, findet jedoch keinen Verlag. Dabei wollte er dort einiges über Jürgen Klinsmann enthüllen und zudem Praxistipps für den Umgang mit 21jährigen Frauen geben.
November: Um den immer stärker werdenden Stadt-Konkurrenten in Schach halten zu können, schließt der FC Bayern eine spektakuläre neue Kooperation ab: Ein Computerhersteller wird neuer Hauptanteilseigner. In der Apple-Arena in München werden zudem weitere Eckpunkte vorgestellt. Beispielsweise ein spektakuläres neues Produkt namens Schwein-iPod, robust, lange Laufzeit. Der neue Phil-iPod ist der Nachfolger des iPod Mini, Gerüchte allerdings besagen, dass Philipp Lahm mit dieser Namensgebung nicht ganz glücklich ist. Arjen Robben ist sauer, dass nach ihm nichts benannt ist (obwohl man ihm lange versucht klarzumachen, dass sich in seinem Namen kein “i” findet) und nimmt sich eine Beleidigten-Verletzung.
Dezember: Es ist geschafft: Zum Jahresende ist München das neue Manchester. Die beiden Münchner Vereine stehen tatsächlich gemeinsam punkt- und torgleich an der Spitze der Bundesliga. Das letzte Testspiel der Nationalmannschaft wird ausschließlich mit Münchner Spielern bestritten. Lothar Matthäus nennt seine neue Freundin (ein ukrainisches Unterwäschemodell) zärtlich nur noch “Löwin”, Franz Beckenbauer verpasst Hasan Ismaik eine Watschn und Karl-Heinz Rummenigge heiratet Beppo Hofeditz.