Mal angenommen, liebe Löwen…

….wir würden es hinbekommen, dass der Scheichi und der Iraki sich wieder normal benehmen

…es bekäme in den nächsten Wochen wieder Betriebstemperaturen überhalb des sibirischen Durchschnitts

…Paderborn, Pauli und Fürth stöpseln weiter so durch die Liga

…es tauchen nicht wieder Dinge auf, von denen hinterher alle sagen, das habe man jetzt aber echt nicht gewusst

…und ihr überlegt es euch nicht wieder anders und spielt mal wieder ein paar Wochen einen rechten Schafscheiß zusammen

…dann, hey dann, könnte aus der Saison ja doch noch was werden.

(Von Kommentaren im Sinne von Löwen-Fans und ihre Strohhalme bitten wir freundlich abzusehen).
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Macht´s noch einmal, BvB und Hertha!

Ich muss an dieser Stelle etwas gestehen und es fällt mir durchaus schwer. Mir ist dieser aktuelle “Meisterkampf” da oben aktuell tendenziell eher egal. Doch ja, natürlich ist das spannend dieses Jahr, zumal es so ausschaut, als wenn tatsächlich viele mitspielen könnten. Also, so ganz ernsthaft, nicht nur, damit es den Bayern nicht ganz langweilig wird.

Trotzdem: Ich starre auf die Hertha. Nicht weil es die Hertha ist, deren einziger Daseinszweck ja der ist, irgendwie  die Startplätze in der Liga vollzubekommen. Aber da könnte auch Bochum stehen oder Cottbus oder irgendein anderer Nicht-Verein. Ich schaue dieses Jahr auf die Hertha, weil der Absturz auf mich das größte Faszinosum ausübt. Das ist irgendein genetischer Defekt bei mir, ich kann da nicht wegschauen. Letztes Jahr Wolfsburg und, heureka, die Eintracht, was für ein Spaß. Es wäre nur noch zu überbieten gewesen, wenn die VW-Werksmannschaft gleich noch mit abgestiegen wäre. Aber die Eintracht, das hatte schon was, wie es die zerlegt hat. Schon alleine deswegen fand ich es großartig, dass die Hertha Michael Skibbe wieder in die Liga geholt hat. Er enttäuscht meine Erwartungen bisher keineswegs, null Punkte aus drei Spielen sind genau die Bilanz, die ich sehen wollte, zumal gegen den Club, den HSV und Hannover. Da geht noch was, Skibbe! Mach´s noch einmal, Mike! So ein Absturz von jemanden, der sich eigentlich ganz sicher ist, dass da nix mehr schief gehen kann, mal ehrlich, gibt’s was Schöneres? Auf Wolfsburg können wir dieses Jahr ja leider anscheinend nicht zählen, Hoffenheim wäre vielleicht noch so ein Kandidat. Aber die Hertha ist eindeutiger Favorit momentan.

Vorne wiederum — doch wieder nur ein Zweikampf? Schalke schwächelt ausgerechnet gegen Mainz, Gladbach nullt in Wolfsburg, während der BvB….huch ja, da muss man ja inzwischen doch wieder Angst bekommen, weil der Kloppo das sehr geschickt angestellt hat. Die ganze Zeit betont, dass Dortmund auf überhaupt gar keinen Fall den Titel verteidigen könne. Die ganze Zeit den Bayern den Vortritt gelassen, wobei der Trend momentan gar nicht der Friend der Bayern ist. Der BvB zaubert sich souverän durch die Liga, während bei den Bayern seit dem Spätherbst nicht mehr recht viel zusammengeht. Wir wollen es ja mal nicht verschreien, aber die Kunst des hochkarätigen Trainers besteht ja auch darin, seine Mannschaft fit zu haben, wenn es drauf ankommt.

Das wird spannend, da vorne. Jetzt — und wie man vermuten darf auch in den kommenden Jahren.

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Schöner Scheich

Immerhin das muss man den Löwen und dem Scheichi lassen: Man ahnt jetzt, warum sich der deutsche Fußball gegen Investorenmodelle wie in anderen Ländern sperrt. Warum man den Einfluss von Geldgebern zu beschränken versucht. Warum Fußball immer noch mehr sein soll als ein Invest. Was jedenfalls Ismaik und seine Statthalter in München abliefern, ist mit viel gutem Willen bestenfalls als der Versuch zu werten, sich nicht übermäßig beliebt zu machen.

Der Karren bei TSV ist ziemlich verfahren, mal wieder. Zu deutlich ist die Absicht von Ismaik und Freunden zu beobachten, 1860 zu kapern, zu einem Investitionsobjekt zu machen. Vor allem die aktuelle Transferposse, in deren Zuge mal eben die aktuellen Verhandlungen eingestellt wurden, zeigen, dass sich Ismaik als Geldgeber nicht zu schade ist, auf eine sehr deutliche Weise Einfluss auf den Verein nehmen zu wollen. Nicht als netter Ratgeber, sondern als jemand, der als de-facto-Eigentümer quasi alleinentscheidend agiert, getreu dem Motto: Wer zahlt, schafft an.

Die DFL und die anderen Profivereine in Deutschland werden sich die Vorgänge beim TSV sehr genau anschauen. Die einen werden sich vielleicht bei etwaigen Planspielen abschrecken lassen, wenn sie Münchner Verhältnisse sehen. Andere werden mit Argwohn betrachten, ob beim TSV nicht schon lange Verhältnisse eingekehrt sind, die die DFL verhindern wollte. Spätestens dann, wenn Präsident Schneider ginge, wäre der Punkt erreicht, wo man über die Einflussnahme des Investors genau debattieren müsste.

Zwischendrin ruiniert Ismaik mit seinen Vasallen fröhlich den Ruf des Vereins, falls es da noch was zu ruinieren gibt. Spieler und andere Vereine werden sich vermutlich sehr genau überlegen, ob und wie sie mit einem Verein verhandeln wollen, bei dem die Ernsthaftigkeit der Gespräche davon abhängt, wie der Investor gerade gelaunt. Und ob die Löwen-Krise aus dem letzten Jahr mit dem Einstieg Ismaiks endgültig gelöst ist, bleibt abzuwarten. Momentan spricht eher einiges dafür, dass die Löwen vom Regen in die Traufe geraten sind. Mal wieder.

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Bayerische Hoeneßgesetze – oder: Denk das Undenkbare!

Wollen wir mal ein bisschen undenkbare Dinge denken, ja? Stellen wir uns also mal für einen Moment vor, die Kollegen von “Spiegel Online” behielten recht und es würde tatsächlich nicht der FC Bayern, sondern nur Borussia Dortmund Meister. Das wäre zum einen natürlich für den deutschen Fußball international gesehen eine Katastrophe, weil wir in der Champions League mal wieder nix reißen würden und sogar Engländer über uns lachen dürften. Zum anderen müssten sie aber auch beim FC Bayern über ein paar Dinge nachdenken. Bisher galt in den vergangenen Jahren ja das erste Hoeneßsche Gesetz: Wenn der FCB mal nicht Meister wird, hat man einen Fehlgriff beim Trainer getan. Das ist bedauerlich, gehört aber zu den Missgriffen, die selbst ein FC Bayern mal macht. Ansonsten aber gilt das zweite Hoeneßsche Gesetz: Der FC Bayern ist der FC Bayern ist der FC Bayern und danach kommt erst mal lange nix. Ob Magath, Klinsmann, van Gaal, am Ende mussten sich alle noch unfreundliche Worte aus München anhören, die bestenfalls halb versöhnlich wurden im Sinne von “ein vollkommener Trottel war er ja auch nicht…”. Generell aber wurde die Manöverkritik gerne mit dem dritten Hoeneßschen Gesetz beendet: Mit dem Jupp war alles besser, das gibt´s nur einmal, das kommt nie wieder. Nun ist es aber so, dass es, besser: er, doch wieder gekommen ist. Damit würde sich aber im Falle des Undenkbaren zumindest das dritte Hoeneßsche Gesetz schwer relativieren, weil wenn es der Jupp nicht schafft mit der Meisterschaft, wer dann? Und anzukündigen, man hätte sich nie vom Jürgen trennen dürfen und ihn zurückholen zu wollen, nein, das macht nicht mal der Firlefanz, der ansonsten mühelos in der Lage ist, sich selbst innerhalb eines Halbsatzes dreimal zu korrigieren. Franz, die lebende Relativitätstheorie. Man müsste also dann doch mal überlegen, ob das zweite Hoeneßsche Gesetz von der ewigen und naturgegebenen Dauerüberlegenheit der Bayern nicht ebenfalls überdacht werden müsste. Das könnte daran liegen, dass wenigstens mit den Dortmundern ein ernsthafter dauerhafter Rivale erwachsen ist und auch Schalke gefährlich ist, solange der Trainer dort Stevens und nicht Magath heißt. Warum man das denken muss? Weil es zum ersten Mal seit gefühlten Jahrhunderten keinen Grund gibt, den man als Erklärung für einen Vizemeistertitel (oder noch schlimmer: Dritter! Vierter!) verwenden könnte.  Der Trainer ist der, von dem sie seit 20 Jahren behaupten, er sei der einzig wahre. Der Kader ist luxuriös besetzt, das Torwartproblem ist gelöst, außer es geht gegen Gladbach. Verletzungsmisere? Nicht wirklich. Ausfälle? Breno war schon immer einer, ansonsten spielen die allermeisten das, was man von ihnen erwarten darf, manche sogar deutlich besser. Trotzdem haben die Bayern schon so viele Niederlagen wie Hannover auf dem Konto, zwei alleine gegen Gladbach. Was zum einen zeigt, dass aus Gladbach in dieser Saison ein ernsthafter Konkurrent geworden ist. Und zum anderen, dass die Liga vorne so zusammengerückt ist, dass es vorläufig keine Bayern-Durchmärsche gibt. Was schön wäre, weil es der Liga und dem deutschen Fußball immer gut getan hat, wenn es vorne dauerhafte echte Duelle gibt, man denke alleine an die Zeit in den 70ern, als mit Bayern und Gladbach immer mindestens zwei Mannschaften so stark waren, dass sie als Titelkandidaten in Frage kamen. Blöd nur für den FCB, wenn man alle NaturHoeneßgesetze nochmal überdenken muss.

Wollen wir nochmal was Undenkbares denken? Nämlich, dass die Hertha halbwegs gut durch die Hinrunde geschippert ist und  man nicht zwingend auf die Idee kommt, sie als Abstiegskandidat zu betrachten. Aber dass dann der Mann kommt, der letztes Jahr nach einer soliden Hinrunde die Frankfurter Eintracht versenkt hat und dann in einer kongenialen Zusammensetzung zwischen einer Mannschaft, die schon von vor zwei Jahren nie und nimmer hätte absteigen dürfen, und einem Trainer, der letztes Jahr nie und nimmer hätte absteigen dürfen, eine fantastische Mixtur entsteht zu einem Verein, der einen Trainer rausschmeißt und endlich zusammenzubringen, was zusammengehört: einen Abstiegstrainer und eine Abstiegsmannschaft. Ein Anfang gegen Nürnberg wurde gemacht. Wenn es so käme, man müsste vermutlich auch über die fußballerische Naturgesetzgebung der Hauptstadt neu nachdenken.

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Die Lage der Liga (12): Magath in den Dschungel!

Wird allerhöchste Zeit, dass sich der Tribünenblogger aus dem Winterpausenschlaf zurückmeldet. Obwohl, für Unterhaltung haben ja andere während der letzten Wochen bestens gesorgt, allen voran der Herr Magath, von dem die Kollegen der dpa dankenswerterweise ausgerechnet haben, dass es seine Wintertransfers in der Geschichte der Bundesliga-Wintertransfers auf einen starken 2. Platz gebracht haben. Magath unterlag nur einem gewissen Felix Magath, der es mit Schalke in der Winterpause 2009/2010 auf neun Transfers brachte, während es in Wolfsburg nur  immer noch ordentliche 8 geworden sind. Davon abgesehen ist die Transferperiode noch nicht zu Ende, irgendein bosnischer Juniorennationalspieler wird sich doch noch finden lassen. Unsicher ist auch, ob Kinder ebenfalls in die Transferbilanz fallen, falls ja, hätte Magath ohnedies schon den Gleichstand mit Magath erzielt. Jedenfalls, da geht doch noch was!

Das Geschäft ist leider schnelllebig in der Liga, wer wüsste das besser als Magath selbst. Nicht unbedingt wegen seiner rasanten Transfers, sondern eher, was das eigene Image angeht. Vor gar nicht so langer Zeit galt Magath noch als der irgendwie lustige Kauz, der zwar merkwürdige Dinge tat, irgendwie darin aber erfolgreich ist. Inzwischen macht jede Provinzredaktion Magath-Witzchen, wenn sie Witze machen will und gerade keine gute Idee hat (zugegeben sei, dass die Verlockung groß ist). Blöd nur, dass man jetzt erst mal wieder Namen neu lernen muss und auch die Teilnahme an Tippspielen beinhaltet eine große Unbekannte. Es ist ja mit Wolfsburg quasi eine neue Mannschaft dazu gekommen.

Schnelllebig sind auch andere Stimmungen, nehmen wir die Gladbacher, die den Rückrundenauftakt gegen die Bayern bestreiten dürfen. Letztere sind zwar wie immer das Maß aller Dinge, da ändert sich so schnell nix. Aber die Gladbacher, das ist schon lustig. Die ganze Hinrunde hat jeder , der fußballerisch etwas auf sich hielt, davon geschwärmt, wie die Borussia zurückgekommen ist, wie sie den besten Gladbacher Fußball seit langem spielte und sehr, sehr verdient von einem glatten Abstiegskandidaten zu einem Spitzenteam geworden ist. In der Winterpause haben dann eine einzige Woche und zwei Personalien ausgereicht, um den Eindruck zu erwecken, es gehe endgültig den Gladbach herunter.  Ja, es ist Marco Reus, der geht, aber niemand wird bei der Borussia ernsthaft damit gerechnet haben, den Wunderknaben halten zu können. Lustigerweise hat ausgerechnet der Verein, zu dem Reus jetzt wechselt, gezeigt, dass eine mittelfristig konsequente Politik ihre Früchte tragen kann. Man vergisst das ja leicht mal, aber der aktuelle Deutsche Meister stand noch vor wenigen Jahren kurz vor dem Ruin. Die Meisterschaft (und letztlich auch der Reus-Transfer) sind nicht das Ergebnis von ständigen Trainerwechseln und vielen mittelmäßig hohen Millionen-Transfers. Sondern von kontinuierlicher Arbeit, basierend auf Investitionen, denen man auch mal ein paar Jahre Zeit gibt, sich auszuzahlen. Für alles andere gibt es ja schon Stuttgart und Köln.

Wir ahnen jedenfalls: Es wird noch eine spannende Saison werden, vorne wird´s knapp und der Abstiegskampf beginnt mal wieder ziemlich weit vorne. Und Felix Magath wird nächstes Jahr Nachfolger von das Ailton im Dschungel.

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