Schöner Scheich

Immerhin das muss man den Löwen und dem Scheichi lassen: Man ahnt jetzt, warum sich der deutsche Fußball gegen Investorenmodelle wie in anderen Ländern sperrt. Warum man den Einfluss von Geldgebern zu beschränken versucht. Warum Fußball immer noch mehr sein soll als ein Invest. Was jedenfalls Ismaik und seine Statthalter in München abliefern, ist mit viel gutem Willen bestenfalls als der Versuch zu werten, sich nicht übermäßig beliebt zu machen.

Der Karren bei TSV ist ziemlich verfahren, mal wieder. Zu deutlich ist die Absicht von Ismaik und Freunden zu beobachten, 1860 zu kapern, zu einem Investitionsobjekt zu machen. Vor allem die aktuelle Transferposse, in deren Zuge mal eben die aktuellen Verhandlungen eingestellt wurden, zeigen, dass sich Ismaik als Geldgeber nicht zu schade ist, auf eine sehr deutliche Weise Einfluss auf den Verein nehmen zu wollen. Nicht als netter Ratgeber, sondern als jemand, der als de-facto-Eigentümer quasi alleinentscheidend agiert, getreu dem Motto: Wer zahlt, schafft an.

Die DFL und die anderen Profivereine in Deutschland werden sich die Vorgänge beim TSV sehr genau anschauen. Die einen werden sich vielleicht bei etwaigen Planspielen abschrecken lassen, wenn sie Münchner Verhältnisse sehen. Andere werden mit Argwohn betrachten, ob beim TSV nicht schon lange Verhältnisse eingekehrt sind, die die DFL verhindern wollte. Spätestens dann, wenn Präsident Schneider ginge, wäre der Punkt erreicht, wo man über die Einflussnahme des Investors genau debattieren müsste.

Zwischendrin ruiniert Ismaik mit seinen Vasallen fröhlich den Ruf des Vereins, falls es da noch was zu ruinieren gibt. Spieler und andere Vereine werden sich vermutlich sehr genau überlegen, ob und wie sie mit einem Verein verhandeln wollen, bei dem die Ernsthaftigkeit der Gespräche davon abhängt, wie der Investor gerade gelaunt. Und ob die Löwen-Krise aus dem letzten Jahr mit dem Einstieg Ismaiks endgültig gelöst ist, bleibt abzuwarten. Momentan spricht eher einiges dafür, dass die Löwen vom Regen in die Traufe geraten sind. Mal wieder.

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Bayerische Hoeneßgesetze – oder: Denk das Undenkbare!

Wollen wir mal ein bisschen undenkbare Dinge denken, ja? Stellen wir uns also mal für einen Moment vor, die Kollegen von “Spiegel Online” behielten recht und es würde tatsächlich nicht der FC Bayern, sondern nur Borussia Dortmund Meister. Das wäre zum einen natürlich für den deutschen Fußball international gesehen eine Katastrophe, weil wir in der Champions League mal wieder nix reißen würden und sogar Engländer über uns lachen dürften. Zum anderen müssten sie aber auch beim FC Bayern über ein paar Dinge nachdenken. Bisher galt in den vergangenen Jahren ja das erste Hoeneßsche Gesetz: Wenn der FCB mal nicht Meister wird, hat man einen Fehlgriff beim Trainer getan. Das ist bedauerlich, gehört aber zu den Missgriffen, die selbst ein FC Bayern mal macht. Ansonsten aber gilt das zweite Hoeneßsche Gesetz: Der FC Bayern ist der FC Bayern ist der FC Bayern und danach kommt erst mal lange nix. Ob Magath, Klinsmann, van Gaal, am Ende mussten sich alle noch unfreundliche Worte aus München anhören, die bestenfalls halb versöhnlich wurden im Sinne von “ein vollkommener Trottel war er ja auch nicht…”. Generell aber wurde die Manöverkritik gerne mit dem dritten Hoeneßschen Gesetz beendet: Mit dem Jupp war alles besser, das gibt´s nur einmal, das kommt nie wieder. Nun ist es aber so, dass es, besser: er, doch wieder gekommen ist. Damit würde sich aber im Falle des Undenkbaren zumindest das dritte Hoeneßsche Gesetz schwer relativieren, weil wenn es der Jupp nicht schafft mit der Meisterschaft, wer dann? Und anzukündigen, man hätte sich nie vom Jürgen trennen dürfen und ihn zurückholen zu wollen, nein, das macht nicht mal der Firlefanz, der ansonsten mühelos in der Lage ist, sich selbst innerhalb eines Halbsatzes dreimal zu korrigieren. Franz, die lebende Relativitätstheorie. Man müsste also dann doch mal überlegen, ob das zweite Hoeneßsche Gesetz von der ewigen und naturgegebenen Dauerüberlegenheit der Bayern nicht ebenfalls überdacht werden müsste. Das könnte daran liegen, dass wenigstens mit den Dortmundern ein ernsthafter dauerhafter Rivale erwachsen ist und auch Schalke gefährlich ist, solange der Trainer dort Stevens und nicht Magath heißt. Warum man das denken muss? Weil es zum ersten Mal seit gefühlten Jahrhunderten keinen Grund gibt, den man als Erklärung für einen Vizemeistertitel (oder noch schlimmer: Dritter! Vierter!) verwenden könnte.  Der Trainer ist der, von dem sie seit 20 Jahren behaupten, er sei der einzig wahre. Der Kader ist luxuriös besetzt, das Torwartproblem ist gelöst, außer es geht gegen Gladbach. Verletzungsmisere? Nicht wirklich. Ausfälle? Breno war schon immer einer, ansonsten spielen die allermeisten das, was man von ihnen erwarten darf, manche sogar deutlich besser. Trotzdem haben die Bayern schon so viele Niederlagen wie Hannover auf dem Konto, zwei alleine gegen Gladbach. Was zum einen zeigt, dass aus Gladbach in dieser Saison ein ernsthafter Konkurrent geworden ist. Und zum anderen, dass die Liga vorne so zusammengerückt ist, dass es vorläufig keine Bayern-Durchmärsche gibt. Was schön wäre, weil es der Liga und dem deutschen Fußball immer gut getan hat, wenn es vorne dauerhafte echte Duelle gibt, man denke alleine an die Zeit in den 70ern, als mit Bayern und Gladbach immer mindestens zwei Mannschaften so stark waren, dass sie als Titelkandidaten in Frage kamen. Blöd nur für den FCB, wenn man alle NaturHoeneßgesetze nochmal überdenken muss.

Wollen wir nochmal was Undenkbares denken? Nämlich, dass die Hertha halbwegs gut durch die Hinrunde geschippert ist und  man nicht zwingend auf die Idee kommt, sie als Abstiegskandidat zu betrachten. Aber dass dann der Mann kommt, der letztes Jahr nach einer soliden Hinrunde die Frankfurter Eintracht versenkt hat und dann in einer kongenialen Zusammensetzung zwischen einer Mannschaft, die schon von vor zwei Jahren nie und nimmer hätte absteigen dürfen, und einem Trainer, der letztes Jahr nie und nimmer hätte absteigen dürfen, eine fantastische Mixtur entsteht zu einem Verein, der einen Trainer rausschmeißt und endlich zusammenzubringen, was zusammengehört: einen Abstiegstrainer und eine Abstiegsmannschaft. Ein Anfang gegen Nürnberg wurde gemacht. Wenn es so käme, man müsste vermutlich auch über die fußballerische Naturgesetzgebung der Hauptstadt neu nachdenken.

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Die Lage der Liga (12): Magath in den Dschungel!

Wird allerhöchste Zeit, dass sich der Tribünenblogger aus dem Winterpausenschlaf zurückmeldet. Obwohl, für Unterhaltung haben ja andere während der letzten Wochen bestens gesorgt, allen voran der Herr Magath, von dem die Kollegen der dpa dankenswerterweise ausgerechnet haben, dass es seine Wintertransfers in der Geschichte der Bundesliga-Wintertransfers auf einen starken 2. Platz gebracht haben. Magath unterlag nur einem gewissen Felix Magath, der es mit Schalke in der Winterpause 2009/2010 auf neun Transfers brachte, während es in Wolfsburg nur  immer noch ordentliche 8 geworden sind. Davon abgesehen ist die Transferperiode noch nicht zu Ende, irgendein bosnischer Juniorennationalspieler wird sich doch noch finden lassen. Unsicher ist auch, ob Kinder ebenfalls in die Transferbilanz fallen, falls ja, hätte Magath ohnedies schon den Gleichstand mit Magath erzielt. Jedenfalls, da geht doch noch was!

Das Geschäft ist leider schnelllebig in der Liga, wer wüsste das besser als Magath selbst. Nicht unbedingt wegen seiner rasanten Transfers, sondern eher, was das eigene Image angeht. Vor gar nicht so langer Zeit galt Magath noch als der irgendwie lustige Kauz, der zwar merkwürdige Dinge tat, irgendwie darin aber erfolgreich ist. Inzwischen macht jede Provinzredaktion Magath-Witzchen, wenn sie Witze machen will und gerade keine gute Idee hat (zugegeben sei, dass die Verlockung groß ist). Blöd nur, dass man jetzt erst mal wieder Namen neu lernen muss und auch die Teilnahme an Tippspielen beinhaltet eine große Unbekannte. Es ist ja mit Wolfsburg quasi eine neue Mannschaft dazu gekommen.

Schnelllebig sind auch andere Stimmungen, nehmen wir die Gladbacher, die den Rückrundenauftakt gegen die Bayern bestreiten dürfen. Letztere sind zwar wie immer das Maß aller Dinge, da ändert sich so schnell nix. Aber die Gladbacher, das ist schon lustig. Die ganze Hinrunde hat jeder , der fußballerisch etwas auf sich hielt, davon geschwärmt, wie die Borussia zurückgekommen ist, wie sie den besten Gladbacher Fußball seit langem spielte und sehr, sehr verdient von einem glatten Abstiegskandidaten zu einem Spitzenteam geworden ist. In der Winterpause haben dann eine einzige Woche und zwei Personalien ausgereicht, um den Eindruck zu erwecken, es gehe endgültig den Gladbach herunter.  Ja, es ist Marco Reus, der geht, aber niemand wird bei der Borussia ernsthaft damit gerechnet haben, den Wunderknaben halten zu können. Lustigerweise hat ausgerechnet der Verein, zu dem Reus jetzt wechselt, gezeigt, dass eine mittelfristig konsequente Politik ihre Früchte tragen kann. Man vergisst das ja leicht mal, aber der aktuelle Deutsche Meister stand noch vor wenigen Jahren kurz vor dem Ruin. Die Meisterschaft (und letztlich auch der Reus-Transfer) sind nicht das Ergebnis von ständigen Trainerwechseln und vielen mittelmäßig hohen Millionen-Transfers. Sondern von kontinuierlicher Arbeit, basierend auf Investitionen, denen man auch mal ein paar Jahre Zeit gibt, sich auszuzahlen. Für alles andere gibt es ja schon Stuttgart und Köln.

Wir ahnen jedenfalls: Es wird noch eine spannende Saison werden, vorne wird´s knapp und der Abstiegskampf beginnt mal wieder ziemlich weit vorne. Und Felix Magath wird nächstes Jahr Nachfolger von das Ailton im Dschungel.

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Schwein-iPod und Al-Whada: Was das Fußballjahr bringen wird

Januar: Felix Magath lädt seinen runderneuerten Kader zum Trainingsauftakt. Die Einkaufstour war erfolgreich. Im ersten Testspiel gegen Castrop-Rauxel treffen die Neuzugänge Rudi Völler und Alan Shearer doppelt, Torwart Eike Immel hält seinen Kasten sauber. Magath kündigt deswegen an, seinen 52 Spieler umfassenden Kader nicht mehr erweitern zu wollen. Auch beim FC Bayern war man nochmal shoppen. Christian Nerlinger stellt einen 14jährigen Brasilianer vor, den man für gerade mal 22 Millionen Euro entdeckt hat. Er soll einer der besten Verteidiger der Welt werden, irgendwann in Zukunft. Uli Hoeneß wertet dies als Beweis für die vorausschauenden Planungen des Vereins. Zudem will sich Hoeneß auch zu einem geheimen Gespräch mit Marco Reus treffen. Reus sagt allerdings zehn Minuten vorher wegen eines komplizierten Heuschnupfens ab.

Februar: Hertha BSC trennt sich überraschend von Michael Skibbe. Manager Michael Preetz begründet dies damit, dass Skibbe ihm verheimlicht habe, früher Schnauzbartträger gewesen zu sein.  Als Nachfolger versucht er, die junge Nachwuchshoffnung Markus Babbel zu gewinnen. Kurz vor der Unterschrift lässt Preetz den Deal allerdings platzen, weil Babbel ihm verschwiegen hat, schon einmal Hertha-Trainer gewesen zu sein. In einer großen Berliner Zeitung sagt Lothar Matthäus, schon immer ein großer Fan der Hertha gewesen zu sein und gerne helfen wolle, das große Potential des Vereins zu entwickeln. Der Verein verpflichtet daraufhin Rudi Gutendorf, dem die Mannschaft aus seinem letzten Engagement 1984 noch gut in Erinnerung sein dürfte, wie Preetz begründet.

März: Kuriose Wende in der 2.Liga: Nach einer unglaublichen Siegesserie ist der TSV Al-Whada München Tabellenführer und steht kurz vor dem Aufstieg in die Bundesliga. An einen Verein dieses Namens kann man sich zwar bei der DFL nicht erinnern, bisher unbekannte Papiere aber zeigen, dass der fusionierte Verein spielberechtigt ist. Ex-Präsident Dieter Schneider kann sich an nichts erinnern, bekommt aber angesichts dessen sofort ein Angebot als Präsident bei Hertha BSC. Die Al-Whada-Fans protestieren zwar, ihren alten Vereinsnamen zurück haben zu wollen, unterlassen ihren Protest aber, als Trainer Hasan Ismaik droht, bei Präsident Hasan Ismaik die Einstellung von Lothar Matthäus als neuen Coach zu veranlassen.

April: Trotz spektakulärer Verstärkungen rutscht der VfL Wolfsburg immer weiter in den Abstiegskampf und ist inzwischen Vorletzter. Als anfällig erweist sich ein ums andere Mal die Abwehr um Hans-Peter Briegel. Die Kritik, warum er beispielsweise Carsten Ramelow und Jens Nowotny nicht einsetze, kontert Magath damit, dass er nichts davon halte, junge Spieler einfach zu verheizen. Der reaktivierte Lothar Matthäus kommt dann doch nicht zum Einsatz, weil er sich kurzfristig entscheidet, Nationaltrainer Botswanas zu werden.

Mai: Die Bundesliga ist durch, der Kampf um die Vizemeisterschaft war dann doch noch spannender als erwartet. Meister und Pokalsieger Bayern stellt auch den Torschützenkönig, obwohl Mario Gomez die 40-Tore-Marke von Gerd Müller dann doch knapp verfehlt hat. Müller sagt, er traue Gomez die 40 Tore aber in jedem Fall zu. In einem furiosen Finale verpasst der VfL Wolfsburg den Klassenerhalt. Obwohl Magath am vorletzten Spieltag noch sieben neue Spieler, u.a. aus der zweiten ungarischen Liga, verpflichtet hat, verliert der 67 Spieler starke Kader die letzten vier Spiele und steigt ab. Magath beschimpft seine Mannschaft öffentlich und kündigt einen radikalen Neuaufbau mit jungen Spielern aus der Region an. Als erste Neuzugänge stehen David Odonkor, Oliver Neuville und Robert Huth fest. Meister wird der FC Bayern, bei dem Jupp Heynckes bei der Feier auf dem Rathausbalkon einen erstaunlich flapsigen Auftritt hinlegt. Gerade, als der Meistertrainer “Wir sind die Besten von ÜÜÜÜ….” ausruft, kann ihm Uli Hoeneß noch rechtzeitig den Mund zuhalten.

Juni: Bundestrainer Jogi Löw nominiert ausnahmsweise einen Spieler mehr als die an sich erlaubten 23 für die Europameisterschaft. Gegenüber der Uefa begründet Löw dies damit, dass Marco Reus trotz Nominierung so oder so nicht mitfahren wird. Kurz darf meldet sich Reus, dass sein komplizierter Heuschnupfen wieder aufgebrochen sei. Der freie Platz bleibt deshalb erwartungsgemäß unbesetzt, obwohl sich kurzfristig Lothar Matthäus anbietet.

Juli: Englands Nationaltrainer Capello beschwert sich, dass Deutschland nur wegen seiner aus anderen Ländern abgeworbenen Talente Europameister geworden sei, der 5:0-Finalsieg gegen Spanien und das 7:1 in der Vorrunde gegen die Niederlande wären andernfalls nicht möglich gewesen. Capello selbst wird in der britischen Presse der Einsatz des schon in Südafrika als “Greenkeeper” verspotteten Rob Green angelastet, auf der anderen Seite sieht man aber auch auf der Insel ein, dass Capello keine wirkliche Alternative hatte. Englische  Torwart-Scouts werden nach dem britischen Ausscheiden in der Vorrunde auffällig oft in der deutschen Regionalliga gesichtet. Der DFB verlängert den Vertrag mit Jogi Löw auf Lebenszeit, Franz Beckenbauer schlägt vor, ihm zudem den Titel “Lichtgestalt h.c.” zu verleihen.

August: Sommerpause. In der Bundesliga sorgt lediglich eine Kettenmail an alle Vereine eines gewissen “einlotharmatthaeus@frankenweb.de” für Aufsehen, in dem er sich als neuer Trainer ins Spiel bringt.  Die Adressaten sagen dankend ab, Matthäus unterschreibt einen Vertrag als Champions-League-Experte des peruanischen Fernsehens. Dort wird er allerdings schnell entlassen, nachdem eine versehentlich nicht ausgeschaltete Kamera überträgt, wie er dem peruanischen Moderator gegenüber von einem “fucking job” spricht. In der 2. Liga sorgt der VfL Wolfsburg mit der Verpflichtung von Ailton, den Felix Magath in einem australischen Dschungel entdeckt hat, für Furore.

September: Die Kommentatoren in den spanischen Zeitungen sind sich einig: Deutschland ist das neue Spanien. Dem FC Barcelona raten sie, in zehn Jahren so weit sein zu müssen wie der TSV Al-Whada München. Letzterer mischt gerade die Bundesliga auf, Präsidententrainermanager Ismaik trifft sich mit Uli Hoeneß, um eine mögliche Übernahme des Münchner Zweitvereins zu besprechen.  Ismaik verlässt jedoch angesäuert das Treffen, nachdem der von Hoeneß versprochene Marco Reus wegen eines komplizierten Heuschnupfens zehn Minuten vorher absagen musste.

Oktober: Es ist wieder Literaturzeit in der Liga. Phillip Lahm bringt den zweiten Teil seiner Biographie (Untertitel: 2011-2012) heraus.  Mario Gomez überrascht mit dem Titel “Meine schönsten Frisuren”, während Lukas Podolskis Biographie “Isch” in einer angenehmen Kürze von 27 Seiten daherkommt. Lothar Matthäus kündigt “Mein Tagebuch, Teil 2″ an, findet jedoch keinen Verlag. Dabei wollte er dort einiges über Jürgen Klinsmann enthüllen und zudem Praxistipps für den Umgang mit 21jährigen Frauen geben.

November: Um den immer stärker werdenden Stadt-Konkurrenten in Schach halten zu können, schließt der FC Bayern eine spektakuläre neue Kooperation ab: Ein Computerhersteller wird neuer Hauptanteilseigner. In der Apple-Arena in München werden zudem weitere Eckpunkte vorgestellt. Beispielsweise ein spektakuläres neues Produkt namens Schwein-iPod, robust, lange Laufzeit. Der neue Phil-iPod ist der Nachfolger des iPod Mini, Gerüchte allerdings besagen, dass Philipp Lahm mit dieser Namensgebung nicht ganz glücklich ist. Arjen Robben ist sauer, dass  nach ihm nichts benannt ist (obwohl man ihm lange versucht klarzumachen, dass sich in seinem Namen kein “i” findet) und nimmt sich eine Beleidigten-Verletzung.

Dezember: Es ist geschafft: Zum Jahresende ist München das neue Manchester. Die beiden Münchner Vereine stehen tatsächlich gemeinsam punkt- und torgleich an der Spitze der Bundesliga. Das letzte Testspiel der Nationalmannschaft wird ausschließlich mit Münchner Spielern bestritten. Lothar Matthäus nennt seine neue Freundin (ein ukrainisches Unterwäschemodell) zärtlich nur noch “Löwin”, Franz Beckenbauer verpasst Hasan Ismaik eine Watschn und Karl-Heinz Rummenigge heiratet Beppo Hofeditz.

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Die Lage der Liga (11): Pause im tollsten Theater

Reden wir vielleicht zum Abschluss dieser Hinrunde zunächst über die, über die es sonst nicht viel zu reden gibt. Die Hertha beispielsweise, oder Leverkusen. Oder Hoffenheim. Der vermutlich meist unterschätzte Aspekt in der Bundesliga ist ja der, dass es Vereine gibt, die zuverlässig für Langeweile stehen. Man kann sich nicht mal dann über sie aufregen oder geschweige denn sich für sie erwärmen, wenn sie mal versuchen, etwas wenig langweiliger zu sein und deshalb ein paar richtig aufregende Dinge tun.  Bei der Hertha beispielsweise, die nach einer Zwischenrunde in der 2.Liga jetzt wieder eine grundsolide und stocklangweilige Hinrunde gespielt hat, spielen sie gerade ein bisschen Intrigantenstadl und bezichtigen sich selbst mindestens der Lüge. Das ist schön, aber eigentlich will kein Mensch auf diesem Planeten wissen, was Michael Preetz sagt, denkt oder tut. Weil man ja auch kein einziges Hertha-Spiel dieses Jahr in halbwegs bleibender Erinnerung hat. Vermutlich will der Babbel Markus auch nur deswegen weg, weil er sonst dauerhaft mit einem Graumaus-Image behaftet ist. Da hilft auch kein Tattoo-Stechen, ebensowenig, wie es den Hoffenheimern gelungen ist, mit einem waschechten St.  Paulianer auch nur ein bisschen die Gräue verschwinden zu lassen. Die Hoffenheimer sind wahrscheinlich mit dem Vorsatz angetreten, als erste Mannschaft der Welt ihr Publikum zu Tode zu langweilen. Sie sind, das muss man ihnen lassen, auf einem guten Weg.

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Deswegen gibt es (und das ist auch gut so) den FC Bayern, bei dem es naturgemäß nie langweilig ist, es wäre nicht mal langweilig, wenn man an der Säbener Straße den langweiligsten Trainer der Welt verpflichten würde (aber das hat konsequenterweise ja schon die Hertha gemacht). Der FC Bayern ist mal wieder Herbstmeister, aber eigentlich ist das egal, weil die wahre Bestimmung des FC Bayern die ist, die nach zu viel Hertha und Hoffenheim schwer legathisierten Zuschauer wieder zu erwecken. Das machen sie auch in dieser Saison grandios. So grandios, dass die Kollegen der “Neuen Zürcher Zeitung” bei ihrer Analyse des kommenden Champions-League-Duells mit Basel zu glauben, die Bayern seien verwundbar, weil aktuell gerade in einer Krise. Man müsste den Zürchern sagen, dass das der Normalzustand ist beim FCB und mit einer Krise ungefähr gar nichts zu tun hat, wenn sie sich mal ein bisschen raufen. Man will ja nicht enden wie die Hertha. Achja, nebenher haben sie guten Fußball gespielt in der Arena, auch das muss man mal wieder neidlos anerkennen. Und gottseidank gibt es in diesem Jahr doch wieder eine Spitze von drei, vier Mannschaften, die es spannend machen, obwohl am Ende ja doch wieder der FCB das Rennen macht. Merke: So wie es das Schicksal der grauen Mäuse ist, auf ewig graumäusig zu sein, so ist es die Bestimmung einer kleinen Verfolgergruppe, jedes Jahr so zu tun, als könnte die Meisterschaft irgendwie spannend sein. Zur Belohnung darf dann alle 5 Jahre mal ein anderer Meister werden, sonst macht es ja gar keinen Spaß mehr.

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Letztes Jahr nach Ende der Rückrunde standen an dieser Stelle ein paar sichere Abstiegstipps, darunter waren u.a. Gladbach und Stuttgart. Wie wir wissen, ist dieser an sich todsichere Tipp nicht ganz aufgegangen, zudem ist die Wahrscheinlichkeit, dass einer der beiden dieses Jahr unter den Absteigern sein wird, wieder nur denkbar gering. Man lernt daraus, dass man mit solchen Prognosen etwas zurückhaltender sein sollte, obwohl in dieser Vorrunde nach ein Spieltagen ja die Vermutung nahe lag, es werde heuer endlich dann auch mal den HSV erwischen. Auch das scheint sich als falsch zu erweisen, man dürfte sich aber vielleicht vom Fußball-Weihnachtsmann wünschen, dass Wolfsburg endlich mal richtig abstürzt und der obskure Magath gleich mit dazu. Das ist so ein ähnliches Freudegefühl wie bei den Manchester-Vereinen: Man freut sich, dass es nur mit Geld alleine dann doch nicht geht. Und dass ein Kader mit gefühlten 47 Spielern eben doch noch keine Erfolgsgarantie ist. Auf der anderen Seite: Wäre Wolfsburg weg, wer würde dann noch die Rolle des Fieslings in der Liga spielen? Selbst dafür ist Hoffenheim ja zu öde.

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Und überhaupt, was würden wir ohne diese lustige Liga machen? Sie ist auch in diesem Jahr wieder das lustigste Theaterstück gewesen, das auf deutschen Bühnen aufgeführt wurde. Jetzt ist dann wieder, wie in jedem ordentlichen Theater, kurze Pause, Zeit, sich was zu trinken zu holen, mit den anderen Zuschauern zu plauschen, wie es bisher war und wie es wohl weitergeht. Und am Ende, wenn dann wieder alles vorbei ist mit dem Ende, auf das ja doch alle hoffen, gibt´s Applaus. Für alle. Sogar die Nebendarsteller, die Langweiler und die Fieslinge.

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